Gemeindeversammlung 2026

Die Themen Gemeindeversammlung 2026 waren folgende:

  1. Welche Perspektiven gibt es hinsichtlich der Nachfolge von Martin Hofmann?
  2. Wie gestaltet sich die Arbeit im Kooperationsraum „Zwischen Feldmark und Strandperle“?
  3. Welches Profil soll unsere Gemeinde zukünftig haben?
  4. Vorstellung unseres neuen Kirchengemeinderats Stefan Bánk.
  1. Weggang Martin Hofmann (von Leonie Thierfelder)

Was uns alle in diesen Tagen sehr beschäftigt und bewegt, ist der Weggang von Martin Hofmann, der zum 1. März seine neue Stelle als Hauptpastor im Michel antreten wird. Bis dahin bleibt er unserer Gemeinde noch erhalten und wir planen natürlich schon seinen Abschied. Halten Sie sich vielleicht einfach schonmal, wenn auch noch unter Vorbehalt, den 17. Januar 2027 in Ihren Kalendern fest.

Was bedeutet der Weggang für unsere Gemeinde? Zuerst stellt sich natürlich die Frage: Wird er ersetzt? Dazu kommt Propst Bräsen am Donnerstag, den 15.10.  zu uns in die Sitzung des Kirchengemeinderates. Aber ich verrate an dieser Stelle sicher nicht zu viel, wenn ich vorhersage, dass wir höchstens mit der Nachbesetzung einer halben Stelle rechnen können.

Auch die bisher erfolgte Aufstockung durch anteilige Eigenfinanzierung der Gemeinde, womit wir erfolgreich seit vielen Jahren eine ganze zweite Pfarrstelle sichergestellt haben, ist nicht mehr möglich. Das ist schon entschieden. Wir haben einfach in der Nordkirche einen großen Mangel an Pastorinnen und Pastoren. Es scheitert also nicht (allein) am Geld, sondern der größte Engpass ist momentan das Pfarrpersonal.

Somit wird es bei uns große Veränderungen geben. Zum Glück haben wir mit Susann Kropf eine tolle Pastorin in der Gemeinde. Sie ist für unsere Gemeinde ungemein wertvoll und bleibst uns weiter erhalten. Aber es werden uns deutlich weniger Pfarrstunden zur Verfügung stehen. Bislang haben unsere Pastorin und unser Pastor beide jeweils mehr als eine volle Stelle ausgefüllt und arbeiten rund um die Uhr, oft an sieben Tagen die Woche. Allein die Fülle an Gottesdiensten, Andachten (in der KiTa, Ernst & Claere Jung Stiftung, zwei Konfi-Jahrgänge) und Amtshandlungen in unserer Gemeinde (im letzten Jahr waren es insgesamt 150 Taufen, Beerdigungen und Hochzeiten) zeigen, dass es mit höchstens 1,5 Stellen auf keinen Fall unverändert weitergehen kann.

Wir als Kirchengemeinderat befassen uns deshalb jetzt vor allem mit folgenden Fragen:

Was können wir durch die Einstellung eines Diakons oder einer Gemeindepädagogin kompensieren? Wovon werden wir uns trennen müssen? An welchen Stellen können bestehende gemeindliche Angebote ohne Pfarrperson weiter stattfinden? Welches Profil wollen wir dauerhaft als Gemeinde haben – d.h. mit welchen Schwerpunkten machen wir uns langfristig in der Region unentbehrlich bei weiter sinkenden Kirchenmitgliedern und schrumpfender Gemeinde? Letzteres ist ein Thema, welches auch stark unsere Stellung innerhalb des Kooperationsraumes betrifft.  Den Kooperationsraum wird Susann Kropf gleich näher erläutern. Mit all diesen Fragen befassen wir uns intensiv in der Klausurtagung des KGR im November.

Wir wären gerne heute schon weiter, aber wir mussten die Entscheidung der Nachbesetzung des Michels abwarten und legen jetzt los.

Wichtig ist mir, dass wir optimistisch und zuversichtlich in die Zukunft blicken. Wenn wir auch in Zukunft eine lebendige Gemeinde haben wollen und bereit sind, daran mitzuwirken, dann wird uns das auch gelingen. Davon bin ich überzeugt. Dafür brauchen wir Sie als engagierte Ehrenamtliche.

Und eine konkrete Bitte habe ich an Sie: Bleiben Sie Teil unserer lebendigen Gemeinde! Natürlich dürfen Sie jederzeit in den Michel oder anderswo in den Gottesdienst gehen. Aber falls Sie sich umgemeinden sollten, müssen Sie einfach wissen, dass Sie damit (und mit jedem Austritt sowieso) unsere Pfarrstellen und die seelsorgerliche Versorgung unserer Gemeinde weiter gefährden.

Wir brauchen jetzt eine Atmosphäre des Anpackens – nicht des Mäkelns, einen positiven Blick nach vorn und nicht den trauernden Blick zurück. Dann hat unsere Gemeinde beste Voraussetzungen dafür, den Wandel gut zu gestalten.

2. Bericht aus dem Kooperationsraum (Pastorin Susann Kropf)

Ich möchte Ihnen heute einen kurzen Einblick geben, was sich in unserem Kooperationsraum gerade tut. Zu ihm gehören vier Gemeinden: die Christuskirche Othmarschen, St. Simeon in Osdorf, die Melanchthonkirche und die Bugenhagenkirche in Groß Flottbek.

Und ich kann Ihnen sagen: Es ist gerade einiges in Bewegung. Als wir mit der Zusammenarbeit begonnen haben, waren wir sieben Pastorinnen und Pastoren. Ab Januar werden es zeitweise nur noch drei bis vier sein.

Pastorin Sandra Peters-Hilberling hat St. Simeon bereits Anfang des Jahres verlassen. Marleen Oldenburg aus Melanchthon geht Ende Januar in den Mutterschutz. Hier rechnen wir allerdings mit einer Vertretung. Pastorin Carina Lohse aus Groß Flottbek geht in den Ruhestand. Sie wird am 31. Januar um 14 Uhr in Flottbek verabschiedet. Und auch von meinem Kollegen Martin Hofmann werden wir uns am 17. Januar verabschieden.

Das sind viele Veränderungen in kurzer Zeit. Und natürlich stellt uns das vor große Herausforderungen. Nach dem Pfarrstellenstrukturplan stehen unserem Kooperationsraum künftig insgesamt 4,6 Pfarrstellen zu. Wir rechnen sowohl in Groß Flottbek als auch bei uns in der Christuskirche mit einer Nachbesetzung. Allerdings wird es nicht mehr überall volle Stellen geben können.

Das bedeutet: Wir werden unsere kirchliche Arbeit neu denken müssen. Nicht alles, was bisher in jeder Gemeinde selbstverständlich war, wird auch künftig in gleicher Weise möglich sein. Wir werden stärker zusammenarbeiten, Aufgaben teilen und gemeinsam überlegen müssen, wo wir unsere Schwerpunkte setzen.

Wie organisieren wir diese Zusammenarbeit eigentlich?

Dafür haben wir inzwischen verschiedene Formen des Austauschs und der gemeinsamen Beratung etabliert.

Etwa alle sechs Wochen findet die Regionalkonferenz statt. Dort kommen Vertreterinnen und Vertreter der vier Gemeinden und wir Pastorinnen und Pastoren zusammen. Wir beraten über anstehende Themen, tauschen uns über Entwicklungen in den Gemeinden aus und überlegen gemeinsam, wie wir unsere Zusammenarbeit gestalten wollen.

Daneben gibt es den Regionalkonvent, in dem wir Pastorinnen und Pastoren uns treffen, um unsere Arbeit abzustimmen, Ideen zu entwickeln und uns über pastorale Fragen auszutauschen.

Und schließlich gibt es die Steuerungsgruppe, die die Sitzungen der Regionalkonferenz vorbereitet, Themen bündelt und den gemeinsamen Prozess im Blick behält.

Begleitet werden diese Gruppen von der Supervisorin Katharina Seiler. Sie unterstützt uns dabei, die Zusammenarbeit gut zu gestalten, bringt Methoden und neue Perspektiven ein und hilft uns, auch bei schwierigen Fragen konstruktiv miteinander im Gespräch zu bleiben. Das ist gerade in einer Zeit, in der sich so vieles verändert, eine wertvolle Unterstützung.

Und die Zusammenarbeit findet längst nicht mehr nur in Sitzungen statt. Schon jetzt feiern wir regionale Gottesdienste, stimmen unsere Öffentlichkeitsarbeit miteinander ab und sind in verschiedenen Bereichen gut vernetzt. Auch die Menschen, die sich in unseren Gemeinden um die Finanzen kümmern, haben sich inzwischen getroffen und einen sehr guten ersten Austausch gehabt.

Eine weitere große Herausforderung sind unsere Gebäude. Das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden, wird erhebliche Investitionen erfordern. Damit verbunden ist auch die schwierige Frage, welche Gebäude wir auf Dauer erhalten und finanzieren können. Das sind Entscheidungen, die wir nicht leichtfertig treffen werden und die uns in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen werden.

Sie merken: Wir haben noch längst nicht auf alle Fragen eine Antwort. Und ich möchte auch nicht so tun, als wären die Veränderungen einfach. Sie werden uns einiges abverlangen. Wir werden uns möglicherweise von lieb gewonnenen Gewohnheiten verabschieden müssen.

Aber ich sehe in dieser Entwicklung auch eine echte Chance. Denn unsere vier Gemeinden haben jede für sich besondere Stärken, engagierte Menschen, unterschiedliche Traditionen und gute Ideen. Wenn wir diese Stärken zusammenbringen, kann daraus etwas entstehen, das keine Gemeinde allein leisten könnte.

Mir ist dabei eines besonders wichtig: Wir wollen nicht einfach nur den Mangel verwalten. Wir wollen gemeinsam überlegen, wie Kirche in unseren Stadtteilen in Zukunft lebendig bleiben kann. Wo Menschen Gemeinschaft finden, wo Glaube gelebt wird und wo wir für andere da sein können.

  1. Profil der Gemeinde (Susanne Grebner)

Wir haben es gehört, es kommen Veränderungen auf uns zu. Wir müssen jetzt nicht nur um den Christuskirchturm herum denken, sondern in die Region hinein und uns fragen Wie sieht unser Profil aus? Wo haben wir im Kooperationsraum auf Dauer ein Alleinstellungsmerkmal? Und, was können wir mit 3325 Kirchengemeindemitgliedern uns finanziell überhaupt noch leisten? Schon heute würde es ohne Spenden von Stiftungen und Einrichtungen nicht gehen.

Wir befinden uns im Prozess, und sehen zur Zeit einen Schwerpunkt bei der Jugend- und Konfiarbeit. Wir haben in diesem Jahrgang über 70 Konfis, wir bilden jedes Jahr über 20 junge 14plusler nach der Konfirmation zu Teamerinnen und Teamern aus, davon bleiben 5-8 in der Gemeinde hängen, und 2-3 Jugendliche absolvieren die Juleica-Ausbildung. Unsere Jugendmitarbeiterin Carolyn Prein ist voll angestellt und bildet das Brückenglied zwischen der Jugend, den jungen Erwachsenen und der Gemeinde.

Welche Bereiche sonst noch dazu gehören könnten, können wir heute noch nicht sagen, weil das unsere Aufgabe für die Klausurtagung im November sein wird.

Was wir aber sagen können:  Alles war ehrenamtlich bei uns läuft, das wird erhalten bleiben, und das ist eine ganze Menge:

  • der Basar
  • 70 plus Nachmittage
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Organisation der Chöre
  • Konfirmandenunterricht
  • Konzerte und Veranstaltungen vom Förderverein
  • Gartenarbeit, z.B. das Rosenbeet
  • Küsterteam
  • Kinderchor wird ehrenamtlich begleitet
  • Kinderzeit
  • die Clubs in der Behindertenarbeit

Die Umfrage zum Sommerfest hat gezeigt, dass es Menschen gibt, die hier ihre Kompetenzen einbringen möchten. Ziel der Umfrage ist es, dass wir Menschen erreichen, die wir noch nicht auf dem Schirm hatten. Wir brauchen viele Helferinnen und Helfer, wenn wir unsere Zukunft gestalten wollen.

Was MIR besonders wichtig ist: die Gemeinschaft, die wir hier leben, ist ein besonderer Schatz! Die Christuskirche ist unser aller Heimatgemeinde. Es liegt an uns, diesen Schatz zu pflegen und zu erhalten: Offen sein für neue Menschen, die sich bei uns engagieren wollen. Gleichzeitig würdigen, was die Generation vor uns geleistet hat. Neue Besen kehren manchmal, aber nicht immer so gut wie die alten. Wenn jemand einem aber sagt, wann gefegt werden muss oder welcher Besen sich für welchen Belag eignet, dann kommen wir in einen Austausch miteinander und können weiterhin gemeinsam die Zukunft unser Gemeinschaft gestalten, damit unsere Gemeinde weiterhin lebendig bleibt. Und das ist nicht nur die Aufgabe des KGRs, das muss unser aller Ziel sein!

4. Vorstellung unseres neuen Kirchengemeinderats Stefan Bánk (Roger Heinig):

Der Kirchenkreis hat vor einiger Zeit für ein enges Zeitfenster die Nachnominierung in den KGR ermöglicht. Nicht nur, dass wir diese Chance gerne wahrnehmen wollten – nein – wir haben vor allen jemanden gefunden, der gut passt: Stefan Bánk.

    • Er ist jahrzehntelang mit dieser Gemeinde verbunden
    • Er singt im Chor und ist im Chor-Rat
    • Er betreut den Espressostand
    • Er ist Tischlermeister
    • Er kann Bauleitung
    • Ist frisch im Ruhestand
    • Und weilt derzeit noch im wohlverdienten Urlaub, bevor er im KGR anfängt! Seine Einsegnung findet am Sonntag, den 18.10. im Gottesdienst statt.

Er übernimmt den Bauausschuss und ich werde mich zukünftig, zusammen mit Kristin Alheit, um strategische Themen kümmern.


Haben Sie Fragen zu den Entwicklungen in unserer Gemeinde? Dann sprechen Sie gern Pastorin Susann Kropf und Leonie Thierfelder direkt an.